Erklärung zur Einstufung der Internationalen Vereinigung Memorial als „unerwünschte Organisation“

Gestern, am 17. Februar 2026, hat die Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation in Abstimmung mit dem Außenministerium Russlands die Internationale Vereinigung Memorial als „unerwünschte Organisation“ eingestuft.
19. Februar 2026UA DE EN RU

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Zum Jahreswechsel 2021/2022, nahezu gleichzeitig mit dem Beginn der großangelegten militärischen Aggression gegen die Ukraine und der Einführung neuer Zensurgesetze in Russland, wurde die Internationale Gesellschaft Memorial durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Russlands aufgelöst.

Mitglieder und Mitarbeiter des aufgelösten Internationalen Memorial, die Russland verlassen hatten, gründeten 2023 gemeinsam mit europäischen Memorial-Organisationen in der Schweiz die Internationale Vereinigung Memorial, um die Arbeit im Exil unter Kriegsbedingungen fortzusetzen.

Ein diktatorisches Regime ist mit einer lebendigen, von ihm unabhängigen Zivilgesellschaft unvereinbar — und versucht daher, sie überall und mit allen Mitteln zu zerstören. Es ist unvereinbar mit der Vorstellung vom höchsten Wert des menschlichen Lebens und der menschlichen Würde sowie mit einem kritischen Blick auf den Staat.

Menschenrechte und Frieden sind universelle Werte. Die Verbrechen der UdSSR in der Vergangenheit und die heutigen Verbrechen der Russischen Föderation haben Millionen Menschen in vielen Ländern betroffen — keineswegs nur in Russland. Wir, ein Zusammenschluss von Memorial-Organisationen aus verschiedenen Ländern, setzen unsere Arbeit nun außerhalb Russlands fort. Memorial — das sind nicht „juristische Personen“, sondern der Einsatz für Erinnerung und Freiheit, für Frieden und für die Menschenrechte. Und die Erinnerung kann man einer Gesellschaft nicht wegnehmen.

Februar 2026

Vorstand der Internationalen Vereinigung Memorial

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